Steildach - Blitzschutz

Die heutige Blitzschutztechnik beruht auf dem Prinzip des "Faradayschen Käfigs". Wir unterscheiden zwischen dem inneren und äußeren Blitzschutz.

Als innerer Blitzschutz gilt neben dem Potenzialausgleich, das ist der Zusammenschluss aller größeren Metallteile an der Potenzialausgleichschiene, noch der Überspannungsschutz an elektrischen und elektronischen Anlagenteilen des Gebäudes.

Die äußere Blitzschutzanlage besteht im Wesentlichen aus vier Anlageteilen: Fangeinrichtung - Ableitung - Erdungsanlage - Potenzialausgleichschiene.

Als Fangeinrichtung bezeichnet man alle Dachableitungen, die den Blitzstrom auffangen und über die Ableitungen gefahrlos zur Erdungsanlage weiterleiten. Die Fangeinrichtung kann aus einer Kombination von Fangstangen, Fangleitungen und maschenförmigen Fangleitungen bestehen. Für die Festlegung der Lage und der Anordnung der Fangeinrichtungen werden drei Methoden genutzt:

  • Die Blitzkugelmethode
    ist die übergeordnete Methode und eignet sich besonders bei komplexen Gebäudeformen.
  • Die Schutzwinkelmethode
    ist geeignet bei einfachen Gebäudeformen.
  • Die Maschen-Methode
    eignet sich bei besonders ebenen Flächen.

Die Ableitungen sollen eine natürliche Fortsetzung der Fangeinrichtung vom Dach darstellen und auf kürzestem Wege den Blitzstrom zur Erde leiten. Typische Abstände für Ableitungen sind je nach Schutzklasse 10 m bis 20 m.

Die Erdungsanlage als dritter Teil einer Blitzschutzanlage hat die Aufgabe, einen gut leitenden Kontakt mit dem Erdreich herzustellen. Hierdurch soll ein Ausgleich des Blitzstromes mit der Erde möglichst ungehindert stattfinden. Die Erdungsanlage beginnt an den Trennstellen bzw. der Erdeinführungsstange.

Die Potenzialausgleichsschiene ist eine metallene Sammelschiene, an die alle größeren Metallteile innerhalb und außerhalb des Gebäudes zusammengefasst und mit der Erdungsanlage verbunden werden. Der Blitzschutz-Potenzialausgleich muss für äußere leitende Teile im Kellergeschoss oder auf Erdniveau hergestellt werden.

Eine Blitzschutzanlage muss nach den anerkannten Regeln der Blitzschutztechnik gebaut sein und regelmäßig überprüft werden.

Werkstoffe für Fangeinrichtungen, Ableitungen und Verbindungsleitungen sind: Kupfer, Kupfer verzinnt, Aluminium, Aluminiumlegierung, Stahl feuerverzinkt, nichtrostender Stahl.